Jürgen Höllers Erfolgs-Blog

15
Feb

Carnivore in Kenia – ein erfolgreiches und motiviertes Restaurant

Veröffentlicht von am in Management
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Als ich im Mai 2013 nach Nairobi/Kenia reiste um mein soziales Projekt in Kibera zu besuchen (Kibera gilt als der schlimmste Slum der Welt mit zirka 1,2 Millionen Menschen ohne jede Wasserversorgung  und Entsorgung, ohne Strom, ohne Arbeit, ohne Schule, ohne alles. Ich baue und unterstütze dort Schulen.), hatte ich ein Aha-Erlebnis:

 

Einige Einwohner Nairobis die für mich das Sozialprojekt Kiberas betreuen und beaufsichtigen, fuhren mit mir in ein Restaurant namens „Carnivore“, was so viel bedeutet wie „Fleischfresser“…

Als wir das Lokal betraten, war ich zunächst einmal tief beeindruckt: Ein riesiges Lokal mit mindestens 250 Sitzplätzen, ganz im afrikanischen Dschungelstil eingerichtet. Gestylt, edel und für kenianische Verhältnisse außergewöhnlich gut.

Im Eingangsbereich befand sich ein riesiger Rundgrill. Er hatte einen Durchmesser von zirka sechs Metern und sicherlich befanden sich auf dem Grill mehrere Zentner glühende Holzkohle. Oben von der Decke hingen gleichmäßig in einem Kreis über diesem Grill ungefähr 25 außerordentlich große Fleischspieße.

Man zahlt im Carnivore einen einzigen Preis – und kann dann essen, soviel man möchte. Zunächst gibt es eine Suppe, danach kommt ein drehbares Rundtablett mit mehreren verschiedenen Soßen, Salaten und Gewürzen auf jeden Tisch, die man nach eigenem Geschmack für die jeweiligen Gänge einsetzen kann.  

Dann geht es los: Der erste Kellner kommt mit einem dieser riesigen Fleischspieße, erklärt kurz was es gibt, dann entscheidet jeder, ob er diesen Gang essen möchte. Falls ja, hält der Kellner den riesigen Fleischspieß über den Teller und schneidet etwas von dem köstlichen Fleisch herunter. Dazu isst man Kartoffeln mit Sour Cream.

Es gibt nacheinander: Hühnchen, Hühnerbrust, Chicken Wings, Putenbrust, Putenkeule, Lammwürstchen, Rinderwürstchen, Schweinwürstchen, Hühnerleber, Strauß, Bulleneier (kein Witz…!), Krokodil, Antilope, usw.

Wahrscheinlich hat sich jetzt einigen Vegetariern der Magen umgedreht – aber unsere Gruppe war mehr als begeistert! Von unseren Begleitern erfuhren wir, dass dieses Lokal ab 11:00 Uhr morgens durchgehend bis spätnachts geöffnet hat und dort täglich zwischen drei- und fünfhundert Menschen essen. Der All-inclusive-Preis für das Essen betrug 31 Euro - und unter Berücksichtigung der begleiteten Getränke wie Wasser, Bier, Kaffee (und nicht zu vergessen mindestens einen Underberg…!), kann man also locker einmal 50 Euro pro Person an Umsatz ansetzen. Bei 400 Gästen pro Tag sind dies 20.000 Euro, also etwa 7 Millionen Jahresumsatz! Dies in einem Land, in dem der durchschnittliche Verdienst gerade einmal 1 Euro pro Tag beträgt.

Warum ich Dir diese Geschichte erzähle? Aus zwei Gründen:

  1. Kenia ist ein armes Land, Nairobi ist bei allem Fortschritt immer noch eine mehr als arme Stadt. Mittlerweile leben dort zwischen vier und fünf Millionen Menschen, zirka 1,5 Millionen Menschen davon in schlimmsten, menschenunwürdigen Slums. Dennoch gibt es auch hier Menschen, viele Menschen, tausende von Menschen, die Geld haben und es ausgeben. Geld ist also immer und überall vorhanden. Die Preise im Carnivore sind ein absolutes Luxussegment.

  2. Wir unterhielten uns darüber, dass ein solches Restaurantkonzept fast überall funktionieren würde. Aber ein Lokal wie dieses habe ich im deutschsprachigen Raum noch nie gesehen. Hätte ich also meine wahre Berufung noch nicht gefunden und wäre auf der Suche nach einer neuen Idee – ich hätte sie an diesem Abend gefunden!

Was ich damit ausdrücken will ist: Ganz schnell und ganz leicht kommt man oft zu Geschäftsideen, einfach indem man in andere Länder reist, indem man sich umschaut, welche Ideen es in anderen Ländern gibt, was dort funktioniert – und sich dann überlegt, wie man mit dem Prinzip „modelling of excellence“ diese Idee erfolgreich adaptieren und ins eigene Land übertragen kann.  

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Kommentare

  • Gast
    Wolfgang Samstag, 15. Februar 2014

    Wir waren 1999 schon einmal in dem Restaurant, es war wirklich Spitze !!!

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Gast Montag, 09. Dezember 2019