Jürgen Höllers Erfolgs-Blog

16
Nov

Versuch und Irrtum als Weg zum Erfolg

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Scheitern ist menschlich und Teil des Lebens. Egal welche Ziele ein Mensch verfolgt, das Risiko eines Fehlschlags besteht fortwährend. Eine hundertprozentige Erfolgsgarantie existiert nicht – weder im Privatleben noch im Beruf oder im Sport. Für manche Menschen stellt ein Misserfolg aber den Beginn einer späteren Erfolgsgeschichte dar – es entsteht der Eindruck, dass ihr Scheitern und ihr Erfolg untrennbar zusammengehören. Andere Menschen hingegen erleiden einmal einen Rückschlag und erholen sich nie wieder davon. Was erfolgreiche Menschen und weniger erfolgreiche Menschen unterscheidet, ist ihr Umgang mit dem jeweiligen Misserfolg. Wer wüsste das besser als ich selbst Jürgen Höller? Auf dem Höhepunkt meines beruflichen Erfolges sah ich mich mit dem größten Fehlschlag meiner Karriere konfrontiert. Im Jahr 2000 scheiterte der geplante Börsengang meines Unternehmens aufgrund des Börsencrashs. Dadurch gerieten mein Unternehmen und auch ich persönlich in enorme Schwierigkeiten. Es kam ein Zeitpunkt, an dem ich wirklich alles außer der Liebe meiner Familie verloren hatte. Dennoch habe ich mich nicht unterkriegen lassen und später einen Neuanfang gewagt – auch auf die Gefahr hin, abermals eine Niederlage zu erleiden.

Erfolg und Misserfolg – zwei Seiten einer Medaille

Meine Geschichte stellt keine Ausnahme dar. Schaue die Geschichten erfolgreicher Menschen an, wie James Dyson, der Erfinder des Vakuumstaubsaugers, Walt Disney oder Fred Astaire, denen mindestens einmal ein Unterfangen misslang, bevor sie langfristigen Erfolg hatten. Oft entsteht sogar der Eindruck, dass besonders erfolgreiche Menschen häufiger scheitern. Diese Wahrnehmung ergibt sich nicht ohne Grund. Da Erfolg sich in der Regel langsam entwickelt und keinen Automatismus darstellt, ist scheitern ein wesentlicher Bestandteil vieler Erfolgsgeschichten. Insbesondere Menschen, die nach Erfolg streben und dabei Neues wagen, erleiden häufiger einen Fehlschlag, da sie Dinge ausprobieren, die zuvor niemand gewagt hat. Sie interpretieren Fehlschläge als einen Schritt zum Erfolg und nicht als Niederlage, von der sie sich entmutigen lassen. Sie gelangen somit durch Versuch und Irrtum zum Ziel. Ein Großteil der Menschen jedoch, die einmal die Erfahrung des Scheiterns gemacht haben, entscheiden sich anschließend dazu, kein Risiko mehr einzugehen. Sie denken, sie befänden sich damit auf einem sicheren Weg. Realistisch betrachtet, verhindert diese Einstellung jedoch jegliche Innovationen und Entwicklungen und somit zukünftigen Erfolg.

Aus Fehlern lernen

Der Umgang mit dem eigenen Scheitern beeinflusst den weiteren Verlauf des Lebens. Jeder weiß, dass nach einer persönlichen oder beruflichen Niederlage negative Emotionen in Form von Enttäuschung, Trauer oder Wut einsetzen. Dennoch kommt es darauf an, Selbstmitleid zu vermeiden und sich nicht von diesen negativen Gefühlen erdrücken zu lassen. Es gab eine Zeit, da stand auch ich kurz davor aufzugeben, aber die Liebe und der Glaube meiner Frau haben mich davon abgehalten. Um nicht zu resignieren, hilft es, die Aktion, also den Fehlschlag selbst, von der Person, also dem Gescheiterten, zu trennen. Niemand ist ein schlechter oder weniger intelligenter Mensch nur aufgrund der Tatsache, sein Ziel nicht im ersten Versuch erreicht zu haben. Vielmehr zeugt es von innerer Stärke, nicht aufzugeben und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Erfolg stellt einen Prozess dar und scheitern gehört dazu. Deshalb zahlt sich Beharrlichkeit am Ende immer aus, auch wenn sich der Weg manchmal schwierig gestaltet. Um gestärkt aus Niederlagen hervorzugehen und somit am Ende die eigenen Ziele zu erreichen, sollte in einem ersten Schritt eine detaillierte und objektive Analyse der Situation erfolgen. Um im nächsten Anlauf mehr Erfolg zu haben, müssen Gescheiterte eine Wiederholung bereits gemachter Fehler vermeiden, wenn diese Fehler dabei helfen sollen, den nächsten Versuch erfolgreicher zu gestalten. Ich bin der Auffassung, dass gescheiter von scheitern kommt. Das bedeutet, jeder Fehler ermöglicht Fortschritt, weil man durch ihn weiß, wie etwas nicht funktioniert

GESCHEITER(T)?!

Nach vorne schauen

Im Mai 2004 startete ich im Keller meines Hauses mit gebrauchten Möbeln und Computern sowie 6,6 Millionen Schulden ganz von vorn. Nach nur dreieinhalb Jahren hatte ich es geschafft und war wieder schuldenfrei. Gescheiterte dürfen ihren Optimismus nicht verlieren. Die Angst vor einem erneuten Misserfolg darf nicht das Leben bestimmen. Wer sich vor dem Scheitern fürchtet, scheitert in der Regel, weil er unsicher agiert. Nachdem ich alles verloren hatte, stand ich beruflich und gesellschaftlich vor dem Nichts. Ich hatte zwei Möglichkeiten: Entweder aufgeben, auf die Gefahr hin, nie wieder berufliche Erfüllung zu finden, oder es noch einmal als Motivationstrainer zu versuchen und dabei das Risiko einzugehen, erneut zu scheitern. Nur weil ich wichtige Lehren aus der Vergangenheit gezogen habe und mich nicht von meinem Weg habe abbringen lassen, bin ich wieder da, wo ich heute bin.

Wie ist Deine Meinung zum Thema scheitern? Ich selbst sehe jedes Scheitern als eine Chance.

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